Stuttgarter Ballett Blog


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Der Kabatek-Festwochen-Blog

Elisabeth Kabatek bloggt über die Festwoche, Foto: Volker Schrank

Elisabeth Kabatek bloggt über die Festwoche, Foto: Volker Schrank

Juhu! Die bekannte Stuttgarter Autorin Elisabeth Kabatek wird auf unserem Blog über die Festwoche 20 Jahre Intendanz Reid Anderson berichten! Sie wird hautnah bei allen Veranstaltungen und Vorstellungen dabei sein, die Atmosphäre einfangen und mit schwäbischem Charme und Humor einen persönlichen Einblick in die Festwoche geben.

Elisabeth Kabatek ist Autorin und lebt in Stuttgart, da, wo die Leute so lustig reden. Sie schreibt alles Mögliche: Romane, Sachbücher, Theaterstücke, Kolumnen und einen Blog. Bekannt wurde sie mit den Bestsellern um die chaotische Pipeline Praetorius, Laugenweckle zum Frühstück (2008), Brezeltango (2010), Spätzleblues (2012) und Zur Sache, Schätzle (2015). In ihrer Gebrauchsanweisung für Stuttgart (2012) erfährt man alles, was man zum Überleben in der Landeshauptstadt braucht und erhält einen empfehlenswerten Crash-Kurs zum Thema Stuttgarter Ballett. 2014 hat sie eine eigene Gebrauchsanweisung für Cranko-Fans verfasst.

Vom 16. – 24. Juli 2016 bloggt sie hier für uns über die Festwoche 20 Jahre Intendanz Reid Anderson. Wir freuen uns sehr, während der Festwoche eine Gastautorin auf unserem Blog begrüßen zu dürfen!


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Kabatek bloggt: „Ich bin ein Stuttgarter!“

Schlussapplaus im Operhaus: Reid Anderson und Tamas Detrich auf der Bühne mit dem ganzen Ensemble, Foto: Elisabeth Kabatek

Schlussapplaus im Operhaus: Reid Anderson und Tamas Detrich auf der Bühne mit dem ganzen Ensemble, Foto: Elisabeth Kabatek

„20 Jahre“, wundert sich Reid Anderson im Gespräch mit Sonia Santiago auf der Bühne von Ballett im Park. „Die Tage gehen so wahnsinnig schnell vorbei!“ Da weiß er noch nicht, was der Abend an Überraschungen für ihn bereithält. Zum Beispiel, dass er zwei Stunden später Stuttgarter Bürger sein wird…

Der letzte Abend, die große Gala, Ballett im Park. Auch die Festwoche ist wahnsinnig schnell vorbeigegangen. Angelika Schröder ist mir fast täglich über den Weg gelaufen und hat immer wieder davon geschwärmt, wie toll jeder einzelne Abend war. Sie kommt aus Berlin und hat Balletturlaub in Stuttgart gemacht, mit drei Rauhaardackeln im Gepäck. Nein, die waren natürlich nicht mit im Opernhaus, haben aber dafür gesorgt, dass sie von den kommunikativen Stuttgartern ständig angesprochen wurde. „Ich bin ganz wehmütig, dass es heute Abend vorbei ist“, sagt sie. „Stuttgart ist halt viel schöner als Berlin“, meine ich. Sie lacht. „Was das Ballett angeht, auf jeden Fall!“ Der Park füllt sich langsam, die Stimmung ist wunderbar, die Sonne scheint. Heute kein Regen! Am Merchandising-Stand sind die T-Shirts der Renner.

Die Ballett-T-Shirts laufen gut am Merchandise-Stand! Foto: Elisabeth Kabatek

Die Ballett-T-Shirts laufen gut am Merchandise-Stand! Foto: Elisabeth Kabatek

Im Opernhaus treffen allmählich die Ehrengäste ein. Ich bitte Birgit Keil und Egon Madsen, zwei der vier großen Stars aus Crankos Zeiten, um ein Foto. „Georgette muss dazu!“, ruft Birgit Keil. Natürlich muss Georgette Tsinguirides mit aufs Bild. Was ist ihr Resumée der Woche? „Da fragen Sie mich was! Wir sind alle am Ende. Aber toll!“ Ausnahmsweise suche nicht ich meinen Platz, sondern ein Gast streckt mir hilfesuchend seine Karte unter die Nase. „Kennen Sie sich hier aus?“ Na ja, ein bisschen. Der Gast ist Johannes Öhmann, Direktor des Royal Swedish Ballett in Stockholm, eine der ältesten Ballettcompagnien Europas. Eigentlich ist er im Urlaub. Er zeigt mir Fotos von seinem idyllischen Sommerhaus in den Stockholmer Schären, von wo aus er heute Morgen aufgebrochen ist. Die Gala wollte er auf keinen Fall verpassen, Urlaub hin oder her. „We are all friends“, meint er, als ich ihn nach seinen Verbindungen nach Stuttgart frage, und dann lobt er den extrem hohen Standard der John Cranko Schule und des Stuttgarter Balletts.

Georgette Tsinguirides, Egon Madsen und Birgit Keil vor der Vorstellung, Foto: Elisabeth Kabatek

Georgette Tsinguirides, Egon Madsen und Birgit Keil vor der Vorstellung, Foto: Elisabeth Kabatek

Die Gala beginnt, Tamas Detrich begrüßt Publikum und Ehrengäste. Sichtlich bewegt dankt er seinem Chef: „Es ist nicht, WAS du in diesen 20 Jahren gemacht hast, es ist WIE du es gemacht hast!“ Er verbeugt sich und zieht einen silbernen Zylinder. „Chapeau!“ Da wissen wir noch nicht, welche Rolle dieser Zylinder am Ende der Gala spielen wird…

„Abbitte“ leistet Ministerpräsident Winfried Kretschmann bei Reid Anderson dafür, dass es mit dem Neubau der John Cranko Schule so lange gedauert hat. „Das Stuttgarter Ballett ist DAS kulturelle Aushängeschild Baden-Württembergs, ein Juwel in unserem Land!“ Als Nächstes werden Reid Anderson und Tamas Detrich vor den Augen des Publikums mal eben von Oberbürgermeister Fritz Kuhn eingebürgert. Kein Witz. Beide haben einen Antrag auf deutsche Staatsbürgerschaft gestellt (ohne die eigene abzugeben, natürlich), und Fritz Kuhn hat nicht nur eine Rede, sondern auch die Urkunden im Gepäck! Mit diesem Coup gelingt es dem Oberbürgermeister, dass es beiden für einen Augenblick die Sprache verschlägt. Sehr clever, das, „denn jetzt bleiben Sie uns erhalten!“ Reid Anderson kontert mit einem sehr überzeugenden, „Ich bin ein Stuttgarter!“ Sehr launig knüpft daran Bundestagspräsident Norbert Lammert an, ausgewiesener Tanzkenner und bekennender Fan des Stuttgarter Balletts. Nach 34 Jahren Stuttgarterfahrung, meint er, erst als Tänzer, dann als Intendant, gibt es „außer der Queen keine zweite Persönlichkeit, die es so lange an der Spitze eines Staatstheaters ausgehalten hat!“

Zwei glückliche neue Stuttgarter: Reid Anderson und Tamas Detrich mit Oberbürgermeister Fritz Kuhn, Foto: Stuttgarter Ballett

Zwei glückliche neue Stuttgarter: Reid Anderson und Tamas Detrich mit Oberbürgermeister Fritz Kuhn, Foto: Stuttgarter Ballett

Genug der Reden. Der Rest des Abends, der Großteil des Abends, gehört dem Ballett. Großartig, dass ich heute noch einmal alle TänzerInnen sehen darf, die die letzten Abende auf der Bühne gestanden sind, nur leider ohne Sue Jin Kang. Und wie sie tanzen und noch einmal das Beste geben, was sie haben, um ihrem Chef zu danken! Klassik und Moderne bunt gemischt, so wie es Reid Anderson immer gehalten hat. Das Erbe pflegen, neue Choreographien fördern. Und so gibt es an diesem Abend sogar vier großartige Uraufführungen, darunter In Short von Itzik Galili (getanzt von Anna Osadcenko und Jason Reilly) und Arcadia von Douglas Lee, getanzt von Alicia Amatriain und Constantine Allen. Der tanzt außerdem sein Rollendebüt im Pas de deux aus John Crankos Schwanensee, und wer die „Widerspenstige“ am Donnerstag verpasst hat, weiß spätestens jetzt, dass Elisa Badenes und Constantine Allen das neue Stuttgarter Tanz-Traumpaar sind.

Sommer, Sonne, Sonnenschein am Sonntag auf der Wiese bei Ballett im Park, Foto: Elisabeth Kabatek

Sommer, Sonne, Sonnenschein am Sonntag auf der Wiese bei Ballett im Park, Foto: Elisabeth Kabatek

In der 2. Pause bin ich bei Sonia Santiago auf der Bühne im Park zu Gast. Hinrennen, kurzes Interview zum Blog, zurückrennen. Ich darf doch auf keinen Fall den 3. Teil verpassen! Semyon Chudin, zum Beispiel, Star des Bolschoi Balletts, der mit Anna Osadcenko ein großartiges Dornröschen tanzt. Das große Finale vor dem Überraschungsschluss liefern Elisa Badenes und Friedemann Vogel in Tschaikowskys Pas de deux, in der Choreographie von George Balanchine. Die beiden drehen Pirouetten, dass ich schon beim Zugucken den Drehwurm kriege, und heben die Gesetze der Schwerkraft komplett auf. Atemberaubend! Das Publikum trampelt und tobt. Dann geht das Licht an. Was kann denn jetzt noch kommen, nach so einem Abend! Im Programm steht nur Finale. Knisternde Spannung.

Gala-Finale: Die Superhelden des Stuttgarter Balletts und das gesamte Ensemble, Foto: Stuttgarter Ballett

Gala-Finale: Die Superhelden des Stuttgarter Balletts und das gesamte Ensemble, Foto: Stuttgarter Ballett
Finale der Ballettgala: Erste Solisten des Stuttgarter Balletts als Superhelden, Ensemble des Stuttgarter Balletts
(c)Stuttgarter Ballett

He’s the one. Wann hat man schon einmal eine komplette Ballettcompagnie singen hören? Denn das ist die Überraschung. Im fulminanten Finale singt und tanzt das Stuttgarter Ballett das Finale des Musicals „A Chorus Line“, umgedichtet auf Reid Anderson. Dazu dreht sich eine Discokugel und auf die Wände des Opernhauses wird der Schriftzug „Reid – 20 years“ projiziert.

Lichtershow im Opernhaus: Danke, Reid! Foto: Elisabeth Kabatek

´Lichtershow im Opernhaus: Danke, Reid! Foto: Elisabeth Kabatek

Ja, sie singen, in glitzernden Kostümen mit silbernen Zylindern, so wie der, den Tamas Detrich am Anfang getragen hat, und sie machen das richtig gut! Und nun erscheinen auch noch die SolistInnen in ihren Superhelden-Kostümen, Wonderfeet, Elastorina, Captain Fantastic und alle anderen. Damit nicht genug, wird hinten ein Transparent entrollt: Lieber Reid, danke für 20 tolle Jahre, dein Stuttgarter Ballett. Der, um den sich alles dreht, kommt endlich auf die Bühne und kann endlich beklatscht werden. Aber nicht für lange, denn schließlich wartet das Publikum im Park!

Gute Stimmung auf dem Balkon: Schlussapplaus für die Ballett im Park-Besucher, Foto: Elisabeth Kabatek

Gute Stimmung auf dem Balkon: Schlussapplaus für die Ballett im Park-Besucher, Foto: Elisabeth Kabatek

Schnell rennen alle hinauf in den 3. Rang. Ich laufe mit und frage auf dem Weg Alexander McGowan, wie oft sie den Schluss geprobt haben. „Fünf, sechsmal vielleicht. Wir sind halt Tänzer, keine Sänger. Es war für ihn!“ ER weiß jetzt auch, warum man ihn in den letzten Tagen so oft in die Kantine zum Essen geschickt hat. Reid Anderson hält noch eine kurze Rede auf dem Balkon, nachdem sich die Compagnie den Jubel der BesucherInnen im Park abgeholt hat. „Das war wahrscheinlich die beste Gala, die ich in meinem ganzen Leben gesehen habe“, sagt er. „Alles, an was ich glaube, habe ich heute Abend auf der Bühne gesehen. Ihr habt einen sehr glücklichen Menschen aus mir gemacht.“

Der letzte Vorhang ist gefallen. Kein Stück Pizza mehr am Schlossplatz auf dem Heimweg, keine Nachtschichten mehr, um den Blog zu schreiben, die längste bis zwanzig nach drei. Die Festwoche ist vorbei. Wie konnte es so bloß so weit kommen? Was mache ich morgen Abend? Ich sehe schon das tiefe Loch gähnen, in das ich fallen werde. Das Leben wird wieder normal. Ich werde mich wieder mit Leuten unterhalten können, die nichts mit Ballett am Hut haben; in den letzten Tagen war die Kommunikation etwas schwierig.

Danke für alle Begegnungen, für alle Gespräche! Wenn es ein Leitmotiv gab für mich in diesen Tagen, dann das altmodisch klingende Wort Hingabe. In doppeltem Sinne: zum einen die des Stuttgarter Balletts an seine Arbeit. Damit meine ich gewiss nicht nur die, die vorne im Rampenlicht stehen, sondern alle, die hier am Gesamtkunstwerk stricken, auch die hinter den Kulissen, die normalerweise für das Publikum nicht sichtbar sind. Diese Hingabe gilt aber auch für das Stuttgarter Publikum. Egal, mit wem ich in den letzten zehn Tagen gesprochen habe – TänzerInnen, ChoreographInnen, DirektorInnen, KritikerInnen, sie alle sind einhellig derselben Meinung: Das Stuttgarter Publikum ist das beste der Welt!

Jetzt ist Sommerpause. Alle haben sie dringend nötig. Aber es geht ja weiter im Herbst! Noch zwei Jahre mit Reid Anderson, und dann übernimmt Tamas Detrich. Es geht weiter, in Stuttgart, und nicht nur hier, sondern an vielen anderen Orten in der Welt, die mit dem Stuttgarter Ballett vernetzt sind. Freuen wir uns drauf. Danke, Reid!


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Kabatek bloggt: „Wer ganz nach oben will, muss Demut lernen“

Ballett im Park bei jedem Wetter - auch bei Regen und Sonne gleichzeitig!, Foto: Elisabeth Kabatek

Ballett im Park bei jedem Wetter – auch bei Regen und Sonne gleichzeitig!, Foto: Elisabeth Kabatek

Nach dem emotionalen Rollercoaster des Abschieds von Sue Jin Kang ist heute ein fröhlicher Abend angesagt. Der Nachwuchs darf bei der Gala der John Cranko Schule zeigen, was er kann, und es ist der erste der beiden Abende von Ballett im Park. Um sieben geht’s los. Kurz nach sechs ballen sich am Himmel graue Wolken und ein heftiger Schauer geht nieder, bei gleichzeitigem Sonnenschein. Die Wiese am Eckensee ist schon gut besetzt. Niemand lässt sich vom Regen in irgendeiner Weise beeindrucken. Das kann doch einen Stuttgarter Ballettfan nicht erschüttern! Überall sind schon Picknickdecken ausgebreitet, Babys krabbeln herum, Statisten in barocken Kostümen verteilen Programme. Die erfahrenen BesucherInnen wissen, dass Glasflaschen aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt sind, und haben sich ihre Getränke in Plastikflaschen umgefüllt, auch die alkoholischen. Zum Beispiel die drei Damen, die bei meiner Suche nach dem leckersten Picknick die absoluten Gewinnerinnen sind. Sie haben einen Drink gemixt, der sich „Kalte Ente“ nennt und aus Prosecco, Wasser und in Weißwein marinierter Zitronenschale besteht. Außerdem haben sie eine Käseauswahl dabei, die einer französischen Käsetheke würdig wäre. „Die leckersten Sachen haben wir leider schon gefuttert“, meinen sie bedauernd. Zum Beispiel die mit Schafskäse gefüllten Auberginen.

Diese Damen erhalten den Preis für das leckerste Picknick!, Foto: Elisabeth Kabatek

Diese Damen erhalten den Preis für das leckerste Picknick!, Foto: Elisabeth Kabatek

Macht nichts, das mit Walnuss und Gorgonzola gefüllte Teilchen, das ich probieren darf, schmeckt köstlich. Zum zweiten Mal haben sich die Freundinnen zu Ballett im Park verabredet. „Letztes Jahr war es soo toll. Aber wir haben gelernt, dass man früher kommen muss, um einen besseren Platz zu ergattern.“ Da könnte ich mich jetzt niederlassen und mitfuttern, so wie Sonia Santiago, die die Moderation auf der Bühne macht, es vorgeschlagen hat. „Schmuggeln Sie sich doch einfach bei jemandem auf die Picknickdecke.“ Sie erinnert außerdem daran, dass Ballett im Park Jubiläum hat: 20 Jahre Intendanz Reid Anderson, 10 Jahre Ballett im Park. Mit Schwanensee hat es 2007 angefangen. Mittlerweile ist Ballett im Park aus dem Stuttgarter Sommer nicht mehr wegzudenken. Unterm Baum sitzt eine Stuttgarterin mit Besuch aus München. An ihrer entspannten Haltung mit Prosecco in der Hand erkennt man den Ballett-im-Park-Vollprofi, der Gast aus München ist zum ersten Mal da und einfach nur neugierig. „Ich war bestimmt schon sechsmal hier“, erzählt sie. „Ich habe einen Enkel, der früher sechs Jahre bei der John Cranko Schule getanzt hat. Da verfolgt man es automatisch weiter.“ Falafelburger und Rote Würste wandern an mir vorbei, und ich wandere ins Opernhaus, um Tadeusz Matazc, den Direktor der John Cranko Schule, vor der Vorstellung zu treffen.

Unsere Blog-Autorin Elisabeth Kabatek mit John Cranko Schul-Direktor Tadeusz Matacz

Unsere Blog-Autorin Elisabeth Kabatek mit John Cranko Schul-Direktor Tadeusz Matacz

Was ist das Geheimnis des Erfolgs der John Cranko Schule, Herr Matacz? !Die Zugehörigkeit zum Stuttgarter Ballett, die engen Verbindungen. An anderen Orten sind die Ballettschulen den Hochschulen angegliedert.! Und wie läuft das mit der Talentsuche – Pablo von Sternenfels beispielsweise ist über den renommierten Wettbewerb Youth American Grand Prix (YAGP) an die John Cranko Schule gekommen und hat beim Stuttgarter Ballett eine fantastische Karriere hingelegt. Ist das der normale Weg? „Michael Jackson und der Hip Hop haben dem Tanz einen wahnsinnigen Schub verpasst. Plötzlich wollte jeder tanzen. Aber nach einer Weile hat man gesehen, dass man einen breit trainierten Nachwuchs braucht. Ohne die Wettbewerbe könnte man das gar nicht filtern. Allein in Japan gibt es 15.000 Privatschulen!“ Den interessantesten Nachwuchs sieht er im Moment übrigens in Lateinamerika, vor allem in Mexiko. „Da gehen viele Talente aus sozialen Projekten hervor.“ Wie zur Bestätigung treffe ich in der Pause zufällig Sara Collier, die im Norden Mexikos eine Ballettschule hat; einer ihrer Schüler hat es ans Hamburger Ballett geschafft. Sieht Matacz sofort, welches Potenzial in einem Tänzer steckt, ob er es ganz an die Spitze schaffen kann? Er nickt. „Ja, das sehe ich sofort, ich mache den Job schon so lange. Aber es ist ja nicht nur das Talent. Die TänzerInnen müssen erst einmal Demut lernen. Sie müssen lernen, einer von vielen zu sein. Nur wer Demut lernt, schafft es ganz nach oben.“ Demut. Wieder so ein altmodisches Wort, wie das Wort Hingabe, mit dem Harold Woetzel, der Regisseur des SWR-Films, die TänzerInnen des Stuttgarter Balletts charakterisiert hat. Demut, Hingabe, Disziplin. Tugenden, die anderswo längst aus der Mode gekommen sind, scheinen im Ballett von fundamentaler Bedeutung zu sein. Träumt denn jede/r davon, einmal ganz vorn zu stehen? Ja, sagt er, niemand gibt sich freiwillig mit der zweiten Reihe zufrieden, und das ist ja eigentlich ganz normal. Wenn es dann nicht so klappt, ist die Realität oft hart.

Natürlich müssen wir auch noch kurz über den Neubau der John Cranko Schule sprechen. „Chapeau, Reid“, sagt Matacz. Jahrelang hat dieser für den Neubau gekämpft und die schlechten Bedingungen in der alten Schule angeprangert, die einer Talentschmiede mit Weltruf einfach nicht angemessen sind. Im Moment tut sich ihr Direktor ein wenig schwer damit, sich das fertige, große Ganze vorzustellen. Er fühlt sich mehr als eine Mischung aus Architekt, Bauingenieur und Handwerker, weil er über Steckdosen, ISDN-Anschlüsse und Raumtemperaturen entscheiden muss. „Es gibt kein Handbuch für Ballettschulen“, meint er. „Das ist die einzige Ballettschule, die in Deutschland neu gebaut wird, wahrscheinlich für die nächsten fünfzig Jahre. Das ist ein epochales Ereignis.“

Der nächste Frühling kommt bestimmt! Eun-Sil Kim und Nikita Korneev in Demis Volpis "Winter" aus Die vier Jahreszeiten, Foto: Stuttgarter Ballett

Der nächste Frühling kommt bestimmt! Eun-Sil Kim und Nikita Korneev in Demis Volpis „Winter“ aus Die vier Jahreszeiten, Foto: Stuttgarter Ballett

Nun aber genug der Theorie, ab in die Vorstellung! Die beginnt mit einer Uraufführung. Ein Projekt von unglaublichem Charme: die John Cranko Schule tanzt die Vier Jahreszeiten von Vivaldi. Jede Jahreszeit wurde von einem ehemaligen Schüler bzw. einer Schülerin der John Cranko Schule choreographiert: Katarzyna Kozielska, Louis Stiens, Fabio Adorisio und Demis Volpi. Besonders schön sind dabei die fließenden Übergänge zwischen den Jahreszeiten, so dass trotz der unterschiedlichen ChoreographInnen ein einziges Stück entsteht, mit wunderschönen Kostümen des ehemaligen Tänzers Thomas Lempertz (der, raten Sie mal, auf welcher Schule war?). Und was für eine unglaubliche tänzerische Qualität diese zum Teil sehr, sehr jungen TänzerInnen da auf die Bühne bringen! Herausragend sind vor allem Eun-Sil Kim und Nikita Korneev, die den Winter tanzen. Sie verharren beide noch im eisgrauen Kostüm in ihrer Schlusspose, da läuft ein Mädchen im „Frühling“-Kostüm auf die Bühne, mit einer roten Blume in der Hand – der Kreislauf der Jahreszeiten beginnt von neuem. Ein wunderschönes Schlussbild!

Applaus für alle: Schülerinnen und Schüler der John Cranko Schule, der École de Danse de l'Opéra national de Paris, der Royal Ballet School, London, von Canada's National Ballet School und der ballettschule des Hamburg Ballett John Neumeier mit ihren DirektorInnen nach der Gala, Foto: Stuttgarter Ballett

Großer Applaus für alle: Schülerinnen und Schüler der John Cranko Schule, der École de Danse de l’Opéra National de Paris, der Royal Ballet School London, von Canada’s National Ballet School und der Ballettschule des Hamburg Ballett John Neumeier mit ihren DirektorInnen nach der Gala, Foto: Stuttgarter Ballett

Im zweiten Teil zeigen die Gastschulen aus Paris, London, Toronto und Hamburg, was sie können. Am meisten Applaus bekommen Daina Zolty und Siphe November aus Kanada für „I loves you Porgy“ und Olivia Betteridge und Borja Bermúdez de Castro aus Hamburg für „Molly! Do you love me?“ Das hat so viel Humor, dass ein Kind im Publikum vor dem Schlussapplaus unüberhörbar herauslacht. Die John Cranko Schule darf den Abschluss machen, mit Etüden von Tadeusz und Barbara Matacz. Die Bühne wird zum Wettbewerb der Tänzer, „wer springt am weitesten/höchsten“, und schließlich zum Wimmelbild unzähliger SchülerInnen in sehr unterschiedlichen Körpergrößen. Die legen alle noch einmal ein atemberaubendes Tempo vor. Dann ein bezauberndes Schlussbild, rauschender Applaus für alle Schulen und ihre PädagogInnen. Ein Ballettabend, der unglaublich viel Spaß gemacht hat. Nein, um den Nachwuchs und die Zukunft des Ballets muss man sich nicht nur in Stuttgart wirklich keine Sorgen machen. Draußen hat’s geregnet, aber anscheinend ist fast keiner gegangen.

Morgen ist die große Abschlussgala, 17 Uhr. Finale, und Schluss. Es gibt noch freie Plätze auf der Wiese. Lassen Sie die Glasflaschen zu Hause, bringen Sie stattdessen ein Regencape mit, und ein paar Häppchen mehr für die Nachbarn links und rechts auf der Wiese. Und halten Sie sich schon mal den 8. und 9. Juli 2017 für Ballett im Park frei.


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Kabatek bloggt: Danke, Sue Jin!

Was soll man jetzt bloß schreiben. Was für ein Abend, was für eine Frau! 30 Jahre lang war Sue Jin Kang beim Stuttgarter Ballett, und heute Abend tanzt sie mit Jason Reilly zum Abschied Crankos Onegin, das Ballett, das 1969 in New York den Beginn des Stuttgarter Ballettwunders markierte, das Ballett, dem sich Sue Jin persönlich verbunden fühlt wie keinem anderen.

Anastasia Schneider ist fünfzehn und war vier Jahre lang auf der John Cranko Schule. Sue Jin ist ihre Lieblingstänzerin. Warum? „Wegen ihrer Perfektion, ihrer Eleganz, und der Art, wie sie ihre Gefühle zeigt.“ Na, das ist doch mal auf den Punkt gebracht. Ein älteres Ehepaar hat Sue Jin schon öfter bei Empfängen erlebt und zeigt sich sehr beeindruckt von ihrer reizenden, zurückhaltenden und bescheidenen Art. „Wenn man nur so aussehen würde wie sie!“, sagt die Dame und lacht. Sie ist sich auch sicher, dass sie später nicht mehr lachen, sondern ein paar Tränen vergießen wird. Ja, Sue Jins Aussehen. Diese zeitlose Schönheit. Ich würde gerne in denselben Jungbrunnen hineinfallen wie sie. Wie sonst kann man es erklären, dass eine 49jährige als verliebtes junges Mädchen durchgeht? Was heißt hier durchgeht. Sie sieht aus wie ein junges Mädchen im 1. Akt! Wie sie Onegin hinterhersieht, wie ihr das Herz bebt! Und wie der sich im wahrsten Sinne des Wortes nur um sich selber dreht, wie er ein bisschen mit ihr tanzt und sie dann stehen lässt. Wie er ihr das Kinn hebt und dann gelangweilt zur Seite blickt. Einfach großartig, wie Jason Reilly diesen Superschnösel gibt – stell dir vor, du brichst jemandem gerade das Herz und merkst es nicht. Wir im Publikum aber merken es, an diesem jungen Mädchen, das keines ist.

Als ich nach dem 1. Akt ins Foyer trete, entdecke ich Marjin Rademaker. Was für eine Überraschung! Vor anderthalb Jahren hat der Publikumsliebling Stuttgart Richtung Amsterdam verlassen, um zum Niederländischen Nationalballett zu gehen. Bei seinem Abschied tanzte er mit Sue Jin Kang einen Pas de deux aus der „Kameliendame“, ebenjenem Ballett, das ihm an der Seite von Sue Jin Kang den Durchbruch in Stuttgart bescherte. Wie geht es ihm heute Abend? „Die Tränen sind nah“, sagt er. „Ich werde sie sehr vermissen. Sie hat mich so viel gelehrt, und wir haben so viel miteinander getanzt.“ Was wird ihm von diesem gemeinsamen Tanzen am meisten im Gedächtnis bleiben? „Ihre Augen.“

Signierstunde in der Pause mit Hyo-Jung Kang, Foto: Elisabeth Kabatek

Signierstunde in der Pause mit Hyo-Jung Kang, Foto: Elisabeth Kabatek

Nach dem 2. Akt (ich gestehe: Ich habe schon da geheult, und nicht zum ersten Mal) signieren im 1. Rang Hyo-Jung Kang, die die Olga getanzt hat, und Pablo von Sternenfels, der wiederauferstandene Lenski. Signieren ist das falsche Wort. Sie schreiben sich die Finger wund. Nur mit Mühe schaffen sie es, zwischendurch ein Glas Wasser hinunterzustürzen, schließlich kommen sie direkt von der Bühne. Besonders Hyo-Jung Kang ist von einer riesigen Traube von Fans umlagert, von denen viele ganz offensichtlich asiatischer Herkunft sind. Ich habe mich kurz mit einer Gruppe Koreaner unterhalten, die aus Frankfurt angereist ist. Es ist nicht zu übersehen, dass heute sehr viele Gäste aus Asien im Publikum sitzen, und es ist eine schöne Geste, dass Reid Anderson die zweite große weibliche Hauptrolle an diesem Abend ebenfalls mit einer Koreanerin besetzt hat, auch als Hommage an den Ort, an dem Sue Jin in Zukunft ihren Lebensmittelpunkt haben wird, als Direktorin des Koreanischen Nationalballetts.

Nun beginnt der 3. Akt, und die Spannung steigt, vor und auf der Bühne. Spiegel und Vorhänge, Trugbilder und Täuschungen: Zu spät erkennt Onegin den Irrtum seines Lebens. In keinem Cranko-Ballett ist die Seelenpein so groß. Wie sich die Rollen vertauscht haben! Wie Tatjana zur stolzen Frau des Fürsten Gremin gereift ist, während Onegin nur noch ein Schatten seiner selbst ist. Wie Onegin Tatjana anfleht, wie sie jetzt seinen Brief zerreißt. Wie sie immer wieder von ihm fortstrebt, und er sie zu halten versucht. Ja, die Rollen haben sich vertauscht, und doch gibt es einen großen Unterschied zum Anfang. All das Blasierte, Arrogante, was Onegin auszeichnete, ist Tatjana fremd. Sie kämpft den Kampf ihres Lebens gegen ihre eigenen Gefühle, und wie sich dieser Kampf in jeder Sekunde in Sue Jins Gesicht und in jeder Faser ihres Körpers ausdrückt, wie man genau sieht, dass dieser Kampf nur haarscharf zuungunsten Onegins ausgeht, das ist es, was diese Tänzerin so einzigartig macht.

Sue Jin Kang mit Jason Reilly in John Crankos Onegin, Foto: Stuttgarter Ballett

Sue Jin Kang mit Jason Reilly in John Crankos Onegin, Foto: Stuttgarter Ballett

Nun weist sie Onegin die Tür, mit diesem ausgestreckten Arm, in den sie alles legt, was ihr an Würde und Respekt vor sich selber geblieben ist, und Onegin erkennt, dass er verloren hat, und läuft zur Tür hinaus, ein gebrochener Mann. Tatjana bleibt zurück, sie steht in der Mitte der Bühne, ganz allein, und man liest in ihrem Gesicht und ihrem Körper, wie ihre Seele schreit, und der Vorhang schließt sich langsam und ist noch nicht richtig zu, da fängt das Publikum schon an zu schreien und zu toben. Es ist ein seltsamer Moment, denn eigentlich ist Sue Jin noch Tatjana, mitten in ihrer Rolle, eisern bis zur allerletzten Sekunde. Das Publikum kann es aber gar nicht so lange aushalten, schließlich hat es den ganzen Abend auf diesen Augenblick hingefiebert. Der Vorhang geht wieder auf, und man sieht ihr an, wie bewegt sie ist, aber schon beim zweiten Vorhang hat sie sich wieder gefasst und strahlt endlich, und Jason umarmt sie, dass es kracht. Das Publikum ist längst aufgesprungen, das Staatsorchester hat wieder zu spielen begonnen, und nun regnet es Blumen, sie fliegen in hohem Bogen von allen Seiten auf die Bühne, die ganze Bühne ist ein einziges buntes Blumenmeer – denn was Sue Jin nicht weiß, und was ich nicht verraten durfte, obwohl ich mir beinahe die Zunge abgebissen hätte, die ZuschauerInnen haben sich verabredet und untereinander diesen Blumenregen organisiert, um ihrer Sue Jin zu danken. Im Hintergrund der Bühne wird jetzt ein riesiges blaues Plakat entrollt, auf dem in weißer Schrift zu lesen steht, „Liebe Sue Jin, Danke für alles, we love you, we will miss you, alles Gute.“

Auch die Compagnie sagt Danke!, Foto: Elisabeth Kabatek

Auch die Compagnie sagt Danke!, Foto: Elisabeth Kabatek

Und nun kommt das große Defilé. Das komplette Ballett, und damit meine ich wörtlich das komplette Ballett, soweit man das überblicken kann in all dem Durcheinander, nicht nur etwa diejenigen, die heute Abend getanzt haben, sondern alle SolistInnen, Tamas Detrich, das Corps de Ballet, sämtliche MitarbeiterInnen des Balletts, WeggefährtInnen und ehemalige TänzerInnen, sie alle marschieren nun in einer langen Reihe auf die Bühne, und jede/r überreicht Sue Jin eine langstielige rote Rose, und Sue Jin küsst und umarmt sie alle. Von Marjin Rademaker kann sie nichts gewusst haben, denn sie schlägt die Hände völlig entzückt vors Gesicht und die beiden umarmen sich wild. Das Publikum klatscht übrigens durch, ohne auch nur eine Sekunde innezuhalten. Als ob das der großen Gefühle noch nicht genug wäre, kommt jetzt die Zuschauerüberraschung, die ich bisher noch nicht erwähnt habe, um ihnen beim Lesen nicht die Überraschung zu verderben. Auf jedem Platz im Opernhaus liegt nämlich ein Plakat mit einem roten Herz und dem Text „Danke, Sue Jin.“

1400 Herzen für Sue Jin, Foto: Elisabeth Kabatek

1400 Herzen für Sue Jin, Foto: Elisabeth Kabatek

Die Anweisung darauf lautet, auf Reid Andersons Zeichen hin das Plakat nach oben Richtung Bühne zu halten. Jetzt kommt Reid Anderson als Letzter auf die Bühne, mit einem riesigen Bukett aus roten Rosen, und nachdem er Sue Jin umarmt hat, hält er das Plakat Richtung Publikum und klappt es als Startzeichen auf, und das ganze Publikum des Opernhauses streckt Sue Jin das Plakat entgegen. Weil alle Hände an den Plakaten kleben, kann kein Mensch mehr klatschen, und so wird es auf einen Schlag fast gespenstisch ruhig. Die plötzliche Stille ist noch ergreifender als der Applaus, und Sue Jin kann es nicht fassen, dieses Meer aus roten Herzen, und langsam setzt der Applaus wieder ein, und Sue Jin verneigt sich in alle Richtungen, zum Publikum hin, zum Orchester, zum Ballett, sie formt mit den Händen ihrerseits ein Herz und streckt dieses Herz allen hin. Es dauert ziemlich lange, bis der Vorhang sich endgültig schließt und das völlig erschöpfte, völlig euphorische Publikum langsam zu sich kommt und aus den Reihen geht. Da öffnet sich der Vorhang ganz überraschend noch einmal, und nun steht Sue Jin ganz alleine da, so wie vorher während ihres letzten Bühnenmoments, und verneigt sich noch einmal ganz tief in alle Richtungen, als Hommage an das Publikum, das sie dreißig Jahre lang begleitet hat.

Stille im Saal: Das Publikum nimmt Abschied, Foto: Elisabeth Kabatek

Stille im Saal: Das Publikum nimmt Abschied, Foto: Elisabeth Kabatek

Unglaublich viele WeggefährtInnen strömen hinter die Bühne und formieren einen Kreis um Sue Jin herum. Sue Jin hält eine Rede, von der ich nicht viel mitbekomme, außer dem Dank am Schluss. Danach wird sie umarmt, geküsst, es werden unzählige Fotos gemacht, Marjin umarmt sie noch einmal richtig, und sie bekommt ein Porträt von sich geschenkt. Nein, sie ist nicht in Tränen aufgelöst. Sie ist unglaublich souverän und fröhlich, selbst in diesem Augenblick. Für jeden nimmt sie sich einen Moment Zeit, nichts scheint ihr zu viel. Sie hat auch unser kleines Interview nicht vergessen, auf das ich angesichts des Trubels schon beinahe verzichtet hätte. Ich stelle ihr nur eine einzige Frage. Woran wird sie sich erinnern, wenn sie achtzig ist und an das Stuttgarter Ballett zurückdenkt? „Ich werde an die Liebe denken“, sagt sie. „Die Liebe in meinem Herzen zum Stuttgarter Ballett, und diese Liebe werde ich mit ins Grab nehmen.“ Und dann küsst sie auch mich. Der eiserne Schmetterling mit dem riesigen Herzen, in das offensichtlich ganz Stuttgart und ganz Korea hineinpasst, ohne Platzprobleme. Der eiserne Schmetterling, bis zum Schluss. Danke, Sue Jin!


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Kabatek bloggt: Stuttgart hat einen neuen Petrucchio

Da purzeln die Tänzer um!, Foto: Stuttgarter Ballett

Da purzeln die Tänzer um!, Foto: Stuttgarter Ballett

Wie gut, dass heute Abend mit ein komisches Stück auf dem Spielplan steht! Chronologisch wäre im Reigen der drei großen Cranko-Handlungsballette eigentlich Onegin dran, aber mit diesem Ballett wird sich am Freitagabend Sue Jin Kang verabschieden. Das ist auch gut so, denn so kann man ein wenig verschnaufen nach der herzzerreißenden Vorstellung von Romeo und Julia am Mittwochabend. Heute Abend wird ausnahmsweise nicht geheult. Es darf gelacht werden. Gott sei Dank! Und es wird viel gelacht, sehr viel. Zum Beispiel am Ende des Ersten Akts, als alle TänzerInnen auf der Bühne umpurzeln wie die Dominosteine. Und über Biancas urkomische Freier sowieso. Es wird auch sehr, sehr viel geklatscht, denn heute Abend tanzt Constantine Allen zum ersten Mal den Petrucchio, und der bekommt reichlich Szenenapplaus, vor allem für seine gewaltigen Sprünge. Constantine Allen und Elisa Badenes: Ein hinreißendes Paar. Elisa Badenes ist als Katharina ein kratzbürstiger Wirbelwind mit ungeheuer expressiven Augen, die trotz ihrer schmalen Statur und ihres mädchenhaften Aussehens den ihr körperlich weit überlegenen Petrucchio das Fürchten lehrt. Und Constantine Allen tanzt den Petrucchio mit sehr viel Schalk im Nacken, sehr viel Leichtigkeit und ungeheurer körperlicher Präsenz. Hier liefern sich zwei einen Geschlechterkampf, die sich ebenbürtig sind, und dem zuzuschauen, ist ein großes Vergnügen. Man braucht die Sprache nicht, man sieht auch ohne Worte, wie sich die beiden beschimpfen und anschreien, man meint zu hören, wie Katharina brüllt, „Lass mich runter, du Blödmann!“, als Petrucchio sie mal wieder unsanft in der Luft zappeln lässt. Ebenfalls großartig ist der Zickenkrieg der beiden ungleichen Schwestern (Anna Osadcenko als Bianca).

Die ungleichen Schwestern: Elisa Badenes als Katharina und Anna Osadcenko als Bianca, Foto: Stuttgarter Ballett

Die ungleichen Schwestern: Elisa Badenes als Katharina und Anna Osadcenko als Bianca, Foto: Stuttgarter Ballett

Stimmungsbild in der Pause. Wie ist er denn nun, der neue Petrucchio?

„Perfekt!“

„Wunderbar!“

„Sehr komisch!“

„Tolles Paar!“

„Hätte es mir nicht vorstellen können, aber das passt super!“

Die Eltern von Ursula Graf haben die „Widerspenstige“ in der Urbesetzung mit Marcia Haydée und Richard Cragun gesehen. Jetzt haben sie den Ballettabend von der Tochter zum Mutter- und Vatertag geschenkt bekommen. Ursula Graf ist eine sehr fleißige, sehr regelmäßige Ballettbesucherin. Sie weiß, wie man an Karten kommt. Sobald der Spielplan erscheint, setzt sie sich mit ihrer Bekannten Angelika

Lugtenburg zusammen, und dann wird am Computer eine Tabelle erstellt. Welche Ballettabende wollen sie sehen? Wann passt es zeitlich? Und wer will sonst noch mit? Dann wird das Datum des Erstverkaufstags in der Tabelle notiert, die Jobs für die Anrufe bei der Kartenreservierung um Punkt zehn Uhr werden verteilt. Eine Stunde Fingerwundwählen war für die Festwoche erforderlich, „dann hatten wir endlich unsere Wunschkarten für heute Abend.“ Klappt es immer? Eigentlich schon, meinen die beiden. Man braucht halt Geduld. Und eine klare Strategie.

Elisa Badenes und Constantine Allen in Der Widerspenstigen Zähmung, Foto: Stuttgarter Ballett

Elisa Badenes und Constantine Allen in Der Widerspenstigen Zähmung, Foto: Stuttgarter Ballett

Dass der Finger ein wenig gelitten hat für den heutigen Abend, ist das Opfer wert gewesen. Stuttgart hat einen neuen Petrucchio. Und was für einen! Wie er kurz vor Schluss noch einmal in den Himmel springt. Wie man ihm die Freude ansieht beim Schlussapplaus! Eine beeindruckende Karriere hat er hingelegt. Erst seit der Spielzeit 2012/13 tanzt er in Stuttgart, anfangs noch im Corps de Ballet. Ich darf Constantine Allen hinter dem Vorhang treffen. Die Techniker wuseln über die Bühne, scheuchen uns aus dem Weg und haben in affenartiger Geschwindigkeit schon die meisten Kulissen abgebaut. Heute Abend ist die Atmosphäre viel entspannter als gestern. Es macht offensichtlich einen riesigen Unterschied, ob ein Drama oder eine Komödie auf dem Spielplan steht. Ein strahlender Constantine kommt auf mich zu.

Elisabeth Kabatek mit dem neuen Petrucchio Constantine Allen und Filip Barankiewicz, Foto: privat

Elisabeth Kabatek mit dem neuen Petrucchio Constantine Allen und Filip Barankiewicz, Foto: privat

Wow. Nein, das ist nicht alles Theaterschminke. Auch aus der Nähe betrachtet urteilt die Schwäbin: des isch koi Wiaschdr (wörtlich: das ist kein Wüster, will heißen, es handelt sich hier um einen ziemlich attraktiven Mann). Wie fühlt er sich? Ein bisschen müde, meint er, und strahlt dabei. Was für ein Lächeln! Kein Wunder, dass er das Herz der störrischen Katharina erobert. Ist er zufrieden? Hat er gemerkt, dass ihm das Publikum in seiner neuen Rolle zu Füßen liegt? „Ich hatte schon das Gefühl, das Publikum hat den Abend genossen“, sagt er in diesem typischen Tänzer-Understatement. „Es ist viel gelacht worden.“ Mir fällt ein, wie Marcia Haydée im SWR-Film erzählt, dass sie anfangs der Meinung war, Cranko würde ihr mit der „Widerspenstigen“ etwas völlig Unmögliches abverlangen, weil sie komische Rollen nicht gewohnt war. Wie erging es Constantine damit? „Das war meine erste Erfahrung mit einer komischen Rolle“, meint er. „Ich habe eine Menge dabei gelernt. Mir sind vor allem die kleinen Details, die Feinheiten wichtig. Es soll nuanciert sein. Du kannst nicht die ganze Zeit dick auftragen.“ Sein Rollendebüt als Petrucchio hat er übrigens vor zwei Wochen in Seoul gegeben. Wie ist es dort gelaufen? Sehr gut, meint er, Sue Jin Kang und Filip Barankiewicz haben ihn hervorragend unterstützt. „In Korea haben die Leute an anderen Stellen gelacht als in Stuttgart.“ Filip ist heute Abend auch da und sichtlich stolz auf Constantine. Der wird übrigens im Oktober wieder in Stuttgart als Petrucchio zu sehen sein. Jetzt freut er sich erst einmal auf die Sommerpause, in der er außer einer Gala in Kalifornien keine tänzerischen Verpflichtungen hat. Vor der Gala geht es für ein paar Tage nach Portugal zum Surfen, allein. Schließlich ist Constantine auf Hawaii aufgewachsen und mit dem Surfbrett groß geworden. „Den größten Teil des Sommers werde ich in meiner Heimat, den USA verbringen. Ich war seit sieben Jahren nicht mehr länger dort. Ich will meine Freunde treffen, und auch sehen, wo das politisch hingeht, vor den Präsidentschaftswahlen.“ Also nicht nur Ballett? Da muss er richtig lachen. „O nein. Auf keinen Fall nur Ballett!“

Constantine Allen als Petrucchio in der "Zähmung", Foto: Stuttgarter Ballett

Constantine Allen als Petrucchio in der „Zähmung“, Foto: Stuttgarter Ballett

Die Festwoche steuert auf ihren emotionalen Höhepunkt zu: Am Freitagabend wird sich Sue Jin Kang mit „Onegin“ nach dreißig Jahren von der Stuttgarter Bühne verabschieden. Wie das werden wird, weiß keiner. Sicher ist: Sue Jin, das Ballett und das Publikum werden alles geben, und es werden viele Taschentücher gebraucht werden. Am Samstag und Sonntag sind dann Picknickkorb und -decke die wichtigsten Utensilien. Kaufen Sie schon mal fürs Picknick ein, damit Sie sich am Samstag bei „Ballett im Park“ rechtzeitig einen guten Platz auf der Wiese beim Eckensee für die Gala der John Cranko Schule sichern. Und nein. Es wird nicht regnen!

 

Elisabeth Kabatek


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Kabatek bloggt: „Alicia ist einfach meine Julia“

Der Marktplatz von Verona, Foto: Stuttgarter Ballett

Der Marktplatz von Verona, Foto: Stuttgarter Ballett

Wie lange braucht man, um in ein Handlungsballett von John Cranko einzutauchen, auch wenn man es nicht kennt, in diesem Fall Romeo und Julia? Ein paar Minuten, nicht mehr. Das farbenfrohe Gewusel auf dem Marktplatz von Verona! Man will am liebsten in das Obst beißen. Und dann das Fest der Capulets! Wie mit einer Kamera schwenkt Cranko ins Innere des Palastes. Alle Leichtigkeit ist dahin. Prokofjews Musik ist plötzlich schwer und ernst, die Kostüme sind gar nicht mehr bunt und die Festgesellschaft tanzt nicht, sie schreitet. Soldaten schieben auf dem Balkon Wache: eine einzige Demonstration der Macht. Vollkommen hineingesogen in das Geschehen wird man spätestens, als Romeo und Julia sich zum ersten Mal begegnen. Vor allem dieser Romeo, Friedemann Vogel, und diese Julia, Alicia Amatriain. Die Balkonszene! Wie sie erst ein wenig schüchtern umeinander herumschleichen. Wie diese Schüchternheit bald einer großen Ernsthaftigkeit weicht, bei aller Verliebtheit. Hier sind zwei, die keine Spielchen miteinander spielen, hier sind zwei, die sofort wissen, dass sie füreinander bestimmt sind. „Schööön, nicht?“, seufzt es in der Reihe hinter mir, als der I. Akt vorbei ist.

Recherche in der Pause: Wie verständlich und universell sind Crankos Handlungsballette? Martin, der sich selber als Martin F. aus P. an der E. vorstellt, ist zum ersten Mal in seinem Leben im Stuttgarter Ballett, ein Geschenk zum 34. Geburtstag. Und, wie finden Sie’s? „Hochinteressant“, meint er, sein Ton klingt anerkennend. Für alle Nichtschwaben: Der Schwabe liebt das Understatement. Übersetzt heißt „hochinteressant“, dass Martin es ziemlich toll findet. „Wahnsinnig intensiv, wie Cranko eine Geschichte erzählt, und man versteht alles!“, ergänzt er. Auch Amir, der mit Martin und seinen Freunden gekommen ist, versteht alles. Er ist aus Afghanistan geflohen, seit 18 Monaten in Deutschland und war wie Martin noch nie im Ballett. „In Afghanistan gibt es kein Ballett“, meint er. „Und nicht so tolle Opernhäuser wie hier.“ Was es in Afghanistan sehr wohl gibt, ist die Liebesgeschichte von Leila und Madschnun, die der von Romeo und Julia sehr ähnelt. Amir ist völlig begeistert vom Ballettabend, der sich aus seiner Sicht völlig selbst erklärt, auch wenn die Kultur eine ganz andere ist. John Cranko, der begnadete Geschichtenerzähler! Und wer könnte die Geschichte von Romeo und Julia besser erzählen als Friedemann Vogel und Alicia Amatriain. Wollen Sie wissen, wie es den beiden geht, nachdem sie zweieinhalb Stunden Romeo und Julia getanzt haben? Aufgeputscht? Strahlend vom nicht enden wollenden Applaus des Stuttgarter Publikums, den vielen Vorhängen, den lauten Bravo-Rufen? Nein. Die beiden Ausnahmetänzer, eines der schönsten Romeo-und-Julia-Paare der Cranko-Ballettgeschichte, sind fix und fertig. „Ich habe alle meine Gefühle auf der Bühne gelassen“, sagt Alicia. „Ich bin vollkommen leer.“ Man spürt das, dass die beiden mit jeder Faser ihres Körpers Romeo und Julia sind. Dass sie sich lieben, als seien sie Romeo und Julia, und dass sie sterben, als seien sie Romeo und Julia. Was die beiden für eine besondere Beziehung zueinander haben, sieht man auch, als der Vorhang nach der letzten Szene aufgeht, sie sich vor dem Publikum inniglich umarmen, Alicia von den Gefühlen und der nachlassenden Anspannung überwältigt wird und Friedemann sie noch einmal in den Arm nimmt, fast beschützend.

Emotionen beim Schlussapplaus von Romeo und Julia, Foto: Roman Novitzky

Emotionen beim Schlussapplaus von Romeo und Julia, Foto: Roman Novitzky

Hinter der Bühne sieht man Friedemann Vogel die Emotionen und die Erschöpfung vielleicht nicht so deutlich an, aber er empfindet genauso wie seine Tanzpartnerin. „Ich weiß gar nicht, was ich jetzt sagen soll. Es ist zu viel passiert, auf der Bühne.“ Vielleicht nur so viel: Wie ist das, mit Alicia zu tanzen? „Wir verstehen uns blind, ich fühle sie blind. Nur ihre Hand auf meiner Schulter, das reicht schon. Ich kann das Ballett natürlich auch mit anderen Tänzerinnen tanzen, aber Alicia ist einfach meine Julia. Wir kennen uns, seit wir vierzehn sind, wir sind zusammen in der John Cranko Schule gewesen. Das ist fast wie eine Partnerschaft.“ Ich frage Alicia, was ihr durch den Kopf geht, wenn sie mit Friedemann einen Pas de deux tanzt. „Ich habe überhaupt nichts im Kopf“, sagt sie. „Ich bin nur Gefühl.“ Nehmen die beiden das Publikum überhaupt wahr? Spüren Sie die Begeisterung, das Mitfühlen und Mitleiden?

"Tu's nicht!" Friedemann Vogel als Romeo und Alicia Amatriain als Julia im 3. Akt von John Crankos Romeo und Julia, Foto: Roman Novitzky

„Tu’s nicht!“ Friedemann Vogel als Romeo und Alicia Amatriain als Julia im 3. Akt von John Crankos Romeo und Julia, Foto: Roman Novitzky

Wie alle aufspringen und „Nein, tu’s nicht!“, brüllen wollen, als Romeo sich den Dolch ins Herz stößt, obwohl Julia nur scheintot ist? „Für mich verschwindet das Publikum völlig“, sagt Alicia. „Ich spüre die Energie des Publikums“, meint dagegen Friedemann. „Aber ich tanze nicht, um dem Publikum zu gefallen. Ich tanze einfach, und gebe alles.“ Wir sitzen in einer Garderobe, die wir für leer gehalten haben. Stimmt nicht ganz, denn jetzt marschiert Birgit Keil im Bademantel herein und entschuldigt sich für die Störung, dabei ist es tatsächlich ihre Garderobe. Ja, Birgit Keil, Ballettstar unter Cranko, hat an diesem Abend die Rolle der Gräfin Capulet getanzt, und damit ist der Abend zu einem kleinen

Generationentreffen geworden. In der 2. Szene sind Birgit Keil als Gräfin Capulet, Sonia Santiago als Amme und Alicia Amatriain als Julia gleichzeitig auf der Bühne. Großartige Solistinnen aus drei Generationen, und mal wieder eines der berühmten Familientreffen des Stuttgarter Balletts, weshalb es sich sowohl Reid Anderson als auch Tamas Detrich nicht nehmen lassen, beim Schlussapplaus die Blumen an die Damen zu überreichen.

Drei Tänzerinnen-Generationen: Birgit Keil, Alicia Amatriain und Sonia Santiago, Foto: Stuttgarter Ballett

Drei Tänzerinnen-Generationen: Birgit Keil, Alicia Amatriain und Sonia Santiago, Foto: Stuttgarter Ballett

Das Ballett als Familienersatz. Gibt es ein Leben außerhalb des Balletts? Ja, das gibt es, und es ist sogar sehr wichtig, meint Alicia. Man kann sich nicht immer in diesem Kokon des Balletts bewegen. Und was macht sie dann? Sie liest gern, oder näht. Nähen? Irgendwie kann man sich Alicia Amatriain nicht so richtig beim Nähen vorstellen. „Ich entspanne mich, wenn ich etwas mit den Händen tue.“ Und natürlich geht sie auch aus, und macht mal mit den Freunden richtig einen drauf. Alles Vorurteile, dass Balletttänzer vor lauter Disziplin nicht richtig feiern können! Im Film des SWR hat man gesehen, wie die Fans vor lauter Begeisterung kreischen, wenn die Superstars des Stuttgarter Balletts nach der Vorstellung in Tokyo auf die Straße treten. Ist das nicht ein tolles Feedback? Schon, aber auf Dauer wäre ihr das zu anstrengend, meint sie. Dann schon lieber Stuttgart, wo sie sich nahezu unerkannt bewegen kann. Und der Schwabe an sich kreischt ja eher selten, ergänze ich im Geiste. Und wie kann sie sich nur all diese Choreographien merken, die sie parallel tanzt? Muss sie sich vor dem Ballett hinsetzen und im Geiste die Schritte wiederholen? „Nein, nein. Das geht alles in Fleisch und Blut über. Du hörst die Musik und weißt sofort, wie es sein muss.“ War

Erschöpft aber glücklich: Alicia Amatriain und Friedemann Vogel mit Elisabeth Kabatek, Foto: privat

Erschöpft aber glücklich: Alicia Amatriain und Friedemann Vogel mit Elisabeth Kabatek, Foto: privat

der heutige Abend im Rahmen der Festwoche etwas Besonderes? Jeder Abend ist etwas Besonderes, meint sie. Vor allem in Stuttgart, der Stadt mit dem besten Ballett-Publikum der Welt! Eine allerletzte Frage habe ich noch an Alicia. Was geht ihr durch den Kopf, wenn sie als scheintote Julia auf ihrem Bett liegt, während um sie herum die Hochzeitsvorbereitungen für die Hochzeit mit Graf Paris im Gange sind? Normalerweise nichts, antwortet sie. Nur einmal war sie kurz davor, niesen zu müssen. Das ist zum Glück nicht passiert… und endlich lacht sie. Genug jetzt der lästigen Fragen, ab in die Kantine mit den beiden. Dort warten die Freunde, und endlich, endlich dürfen unsere völlig unprätentiösen Superhelden sich entspannen und feiern und ganz normal sein, nach diesem beispiellosen Kraftakt.

 

Elisabeth Kabatek