Stuttgarter Ballett Blog


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21. Mai 1978: Uraufführung Mein Bruder, meine Schwestern

HEUTE VOR 42 JAHREN brachte Kenneth MacMillan ein Ballett über Geschwister in Isolation auf die Bühne. „Durch Umwelt und Lebensbedingungen abgeschlossen, lebte eine Familie alleine ihrer Intelligenz und ihren Leidenschaften überlassen. Ihre einzigen Spielgefährten waren sie selbst, und Phantasien aus der Kindheit wurden zu ihrer eigentlichen Welt“, schrieb MacMillan über Mein Bruder, meine Schwestern im Besetzungszettel der Uraufführung. Anregen lassen hatte sich der Schotte von der Biografie der schreibenden Geschwister Brontë sowie einer Leidensgeschichte aus dem Sanatorium. Zu Orchesterwerken von Arnold Schönberg und Anton von Webern entfaltete sich auf der Bühne ein kompliziertes Beziehungsgeflecht. Während Richard Cragun den Bruder verkörperte, stellten Birgit Keil, Lucia Isenring, Jean Allenby, Sylviane Bayard und Hilde Koch die Schwestern dar. Reid Anderson übernahm die Schlüsselrolle mit dem geheimnisvollen Namen ER. Erst viel später lüftete MacMillan das Geheimnis: In einem Interview beschrieb der Choreograph die Rolle als sein Alter Ego.

Der spätere Ballettintendant Reid Anderson mit Lucia Isenring (Foto: Leslie Spatt)

 


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17. Mai 1975: Premiere Rückkehr ins fremde Land

HEUTE VOR 45 JAHREN fand Jiří Kyliáns Rückkehr ins fremde Land in finaler Version seinen Weg auf die Bühne. Ein Jahr zuvor hatte der tschechische Choreograph, der auch Tänzer beim Stuttgarter Ballett war, eine erste Fassung kreiert, die er dem 1973 verstorbenen John Cranko gewidmet hatte. Das letztlich vierteilige Stück drehte sich um den Übertritt von einem Sein ins andere. „Die Materie, aus der Körper bestehen, existierte unbewusst bereits im Jenseits. Leben ist Bewusstwerden. Sterben ist Rückkehr ins fremde Land – das Land der Herkunft“, so der Choreograph. Mit insgesamt sechs TänzerInnen besetzt, standen jedoch immer nur drei gleichzeitig auf der Bühne. Zu Leoš Janáčeks Musik umkreisten sich Birgit Keil, Lucia Isenring, Heinz Clauss, Vladimir Klos, Christian Fallanga und William Forsythe bei der Premiere in komplexen Paarkonstellationen. Wie das Stuttgarter Ballett stand auch Jiří Kylián nach John Crankos Tod an einem Wendepunkt. Im selben Jahr der Premiere von Rückkehr ins fremde Land wechselte er ans Nederlands Dans Theater, das er als Künstlerischer Direktor zu Weltruhm führen sollte.


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10. Mai 1987: Premiere Dornröschen

HEUTE VOR 33 JAHREN erblickte Marcia Haydées Dornröschen das Licht der Welt. Der Ballettklassiker hatte sich wie ein roter Faden durch das Leben der Primaballerina/Ballettdirektorin/Choreographin gezogen, bis sie 1987 selbst Hand an den Stoff legte. Und wie sie es tat! Sie gebar dem Stuttgarter Publikum ein Märchenstück, das zum Dauerbrenner werden sollte. Bei der Uraufführung bezauberte Annie Mayet als Prinzessin Aurora, der heutige Intendant des Stuttgarter Balletts Tamas Detrich küsste sie als Prinz Desiré aus dem 100-jährigen Schlaf und Marion Jäger als Fliederfee kämpfte erfolgreich gegen die böse Fee Carabosse von Richard Cragun, der mit der Verkörperung dieser Figur einen weiteren Höhepunkt in seiner Ausnahmekarriere erlebte. Zur Popularität des Werkes trug neben den filmreifen TänzerInnen auch das aufwendige Setting von Jürgen Rose bei, das das Publikum in einen Märchenschauplatz versetzte.

Richard Cragun 3_(c)Leslie Spatt

Richard Cragun als böse Fee Carabosse 1987 (Foto: Leslie Spatt)